Sopa, Pipa, Acta
Rechteverwerter wie die Gema und die Musikindustrie versuchen mit immer neuen Gesetzen ihre Umsätze zu schützen – die Nutzer sind aber kaum bereit für das existierende System Geld zu bezahlen. Zwischen den Fronten stehen dabei die Kreativen, die Autoren und Musiker, bei denen immer weniger Geld ankommt.
Intelligente und zeitgemäße Konzepte werden nicht gefördert, weil die verkrusteten Strukturen der Gema oder der Musikindustrie es nicht zulassen.
Bei einem zeitgemäßen Konzept geht es nicht darum, den großen Stars ihre Millionengagen zu sichern, sondern es geht um den Erhalt einer breiten, bunten und schöpferischen Kulturlandschaft mit möglichst großer Vielfalt.
Der Chaos Computer Club hat ein erstes Konzept für die zukünftige Gestaltung einer gerechten Bezahlung für Kreative vorgelegt – die Kulturwertmark – sie wäre eine gute Diskussionsgrundlage.
Hier ein Kurzgutachten über die Zulässigkeit einer Kulturflatrate nach nationalem und europäischem Recht, welche im Auftrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament erstellt wurde (PDF).
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Die Filmemacher in Hollywood und viele großen Plattenlabels fordern zu Zeit, Webseiten im Netz zu sperren, auf denen Filme, Songs und Bücher zum Download bereit stehen. Sie wollen Internetdienste wie YouTube dazu zwingen, Verantwortung für Inhalte zu übernehmen, die dort eingestellt sind.
Die Gegner, zu denen auch ich gehöre, sprechen von Zensur und Missbrauch, weil die Tatbestände undurchsichtig formuliert sind. Zu den Gegnern gehören auch der Chaos Computer Club, die Piratenparteien oder die Internetdienste Google und Wikipedia.
In den USA haben die Gegner eine erste Schlacht gewonnen. Sopa, der Stop Online Piracy Act, liegt auf Eis, nachdem Google und Wikipedia für einen Tag ihre Dienste abschalteten oder mit schwarzen Balken versahen. In Europa mehrt sich nun auch der Widerstand gegen ACTA. «ACTA» ist die Abkürzung für das geplante Handelsabkommen «Anti-Counterfeiting Trade Agreement».
Hier noch einige Infos über Cory Doctorow
Cory vernetzt in seinem Blog “Boing Boing” den weltweiten Protest gegen staatliche Eingriffe in die virtuelle Welt und kämpft für ein freies Internet. Seine Statements richten sich gegen Sopa, Pipa oder Acta (Gesetzesvorlagen gegen Internetpiraterie, über die zur Zeit Parlamente in aller Welt diskutieren).