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Bücher

Rock´n´Roll Fever, Franz Dobler

Rock´n´roll fever – Franz Dobler zu Gast bei „Was ist Musik“ bei byteFM.

Es war ein Mal ein begeisterter Fan der populären Musik. Der macht seine Liebe zum Beruf und eröffnet in Berlin einen Plattenladen. Der Laden läuft mehr schlecht als recht und irgendwann fängt unser Fan an, seine Idole zu zeichnen. Die Bilder hängt er ins Schaufenster, und schon bald verkauft er mehr Zeichnungen als Schallplatten. So beginnt das Märchen von Guido Sieber.

Franz Dobler

Unter dem Titel „Rock´n´Roll Fever“ sind Guido Siebers Bilder im Frankfurter Caricatura Museum seit dieser Woche zu sehen. Der Augsburger Schriftsteller Franz Dobler hat sich von den tragikomischen Zeichnungen zu kommentierenden Texten inspirieren lassen.

Daraus ist eine ganze Geschichte der populären Musik des 20.Jahrhunderts geworden. Was nicht heißt, dass der Tod von Dennis Hopper, die Wiedervereingung von Take That oder die Angriffe auf John Lydon wegen dessen Boykott eines Israel-Boykotts nicht vorkommen… Geschichte auf der Höhe der Zeit.

Dienstag, 5.10. 10-12 Uhr
Mittwoch, 6.10. 6-8 Uhr
www.byte.fm/

Newsletter vom Libelle Verlag

Hier wieder ein herrlicher Newsletter von Ekkehard Faude – Viel Spaß!

Dieser 23. Newsletter handelt diskret von vier Novitäten, für die vor 125 Jahren schon der Satz fiel: »Man muss den Kopf hinein- und immer wieder hinausstecken können und nichts Gewohntes um sich finden«.*)

Damen und Herren vom Stamme des blätterwendenden Lesens,
Freundinnen und Kollegen …

1. Arno Borst »Meine Geschichte«: Wir freuen uns, dass der Lebensrückblick des Gelehrten und Mediävisten für die Auszeichnung »Das Historische Buch des Jahres« nominiert ist. Eine hochkarätige Jury entscheidet bis zur Buchmesse darüber.

2. Sie sind am kommenden Sonntag, 18 Uhr, zufällig in Engen in Nähe der Stadtbücherei? Dort wäre Fritz Mühlenweg das Thema.

3. Dann könnten wir uns am 3. Oktober in Gottlieben sehen. Liegt zwischen Paris und Dresden,
eine kleine Fußstunde westlich von Konstanz. Am Rheinufer entlang führt der Weg, für Wanderer und Radfahrerinnen.

• Paris? Wir könnten zwar auch Georges Perecs druckfrischen »Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen« vorstellen. Aber von dieser Trouvaille werden Sie noch genügend anderswo lesen.

• Dresden? Nelly Dix ging dort bis 1933 in eine fortschrittliche Schule. Weil die Nazis ihren berühmten Vater Otto Dix aus der Akademie warfen, kam sie an den Bodensee. Von einem Jahr Zirkustournee abgesehen – die 15-Jährige war wegen ihrer Reitkunst angeheuert worden – lebte, malte und schrieb die ungewöhnlich Begabte in Hemmenhofen, bis zu ihrem frühen Tod 1955. Zu Lebzeiten wurde nichts von ihr gedruckt. Nun aber:

Nelly Dix: »Ach meine Freundin, die Tugend ist gut, aber die Liebe ist besser.«
(228 S., br., mit einem Umschlagbild von Fritz Mühlenweg, )

• Gottlieben? Es erwartet Sie eine vergnügliche Lesung, lebendige und literaturnahe Musik von Christine Forster; den Echoraum der Nelly Dix am Bodensee erkundet Ekkehard Faude.
Sonntag, 3. Oktober, 11 Uhr, Bodman-Haus in Gottlieben, unübersehbar in der Dorfmitte.

Sehn wir uns?

4. Ludger Lütkehaus liest. Am selben Ort, Bodman-Haus Gottlieben, 18. November, um 20 Uhr, geht es um einen eigenständigen Denker, den die Neue Zürcher Zeitung einst den »Buddha vom Bodensee« nannte: Fritz Mauthner. Auch wer das Nachwort von Ludger Lütkehaus zu unserer Neuausgabe von Mauthners »Der letzte Tod des Gautama Buddha« schon gelesen hat, kann sich auf einen inspirierenden Abend freuen.

5. War sonst noch was in diesem Sommer? Ach ja: Roman Polanski schreibt mit Yasmina Reza zusammen das Drehbuch für die Verfilmung von »Der Gott des Gemetzels«. Das Stück läuft (gedruckt) bei uns seit fast vier Jahren. (Bücher. Schon vor jeder Verfilmung spendieren sie Bilder für die Welt im Kopf.)

6. Suchen Sie uns nicht in Frankfurt an der Messe – – – Wir waren die letzten 23 Jahre dort. War schön und anstrengend. Nun gilt Kohelet 3,1. Was wir vermissen werden? Die unvordenklichen Treffen vielleicht. Wie im letzten Jahr, als am ersten Messemorgen Ulrike Draesner, Petra Gerster und Angelika Overath zufällig gleichzeitig an unserem Stand eintrafen. – Den diesjährigen Messestand machen wir bei perlentaucher.de auf. In den kommenden zwei Wochen. Auch Werner Otto von Hentigs Weihnachtsbrief aus dem Jahr 1943, mit nachgereichten Erinnerungen von Hartmut von Hentig, ist mit dabei: »Aber das Bild soll Euch bleiben«.

7. Wer in nächster Zeit über Stuttgart nach Mailand fährt, sollte in Singen einen Zug überspringen und sich die beeindruckende Ausstellung (Fotografien und Malerei) von Matthias Holländer anschauen: http://www.nordagenda.ch/Matthias-Hollaender—-Nature-Morte–nordagenda-39656–.html. An den vorausweisenden Text von Adolf Muschg in unserem Buch «Matthias Holländer – Das Licht der Dinge» hat der Leiter des Kunstmuseums, Christoph Bauer, bei der Vernissage noch einmal kräftig erinnert.

Lesen wir weiterhin anmutend gedruckte Bücher? Und bestellen womöglich noch im Herbst eines unserer lieferbaren??
Freundlich grüßen die Verlegerei und Ihr
Ekkehard Faude

22. September 2010

*) »Ein Buch, wie dieses, ist nicht zum Durchlesen und Vorlesen, sondern zum Aufschlagen, namentlich im Spazierengehen und auf Reisen, man muss den Kopf hinein- und immer wieder hinausstecken können und nichts Gewohntes um sich finden.«
Nietzsche, Morgenröthe, 454

Opulente Täler und Schluchten

Der Schweizer Bernhard »Cosey« Cosandey konnte sich mit seinem Werk »Auf der Suche nach Peter Pan« als einer der bedeutendsten, europäischen Comicautoren etablieren. Ursprünglich kam »Peter Pan« 1987 in zwei Bänden im Hamburger Verlagshaus Carlsen heraus. Nun liegt eine neu übersetzte Gesamtausgabe mit bislang unveröffentlichtem Zusatzmaterial sowie einer Cosey-Biographie vor. Diese opulente Neuauflage der viel zu lange vergriffenen Graphic Novel ist zu einem umfassenden Sammlerstück angeschwollen. Und es lohnt sich.
Comicautor

Jene »Suche« zwischen Täler und Schluchten umweht ein nostalgischer Hauch, im Grunde genommen ist die Geschichte schnell erzählt: Die Walliser Alpen, 1930. Ein abgelegener Ort in der Schweiz mit einer bezaubernden, wenn auch gefährlichen Landschaft. Die Bewohner wissen mit Naturgewalten umzugehen und wie in einer engen Gemeinschaft Allianzen zu bilden sind. In diese Abgeschiedenheit zieht es Melvin Woodworth, einen erfolgreicher Romanautor. Er sucht Inspirationen für ein neues Werk. Aber nicht nur – Woodworth ist auf der Suche nach Erinnerungen an seinen Halbbruder Dragan, einen erfolglosen Komponisten, der vor langer Zeit in dieser Bergwelt den Tod fand. Die Geschichte bietet zudem allerhand Gelegenheiten, um knorrige Personen und Charaktere einzuführen.

Da gibt es etwa den alten Falschmünzer, der permanent auf der Flucht vor der Polizei ist, einen unwirschen Kutscher und eine unbekannte Schönheit, die im Bergsee badet. Zudem klimpert ein geheimnisvoller Pianospieler nachts im Grand Hotel exakt jene Melodie, die Woodworth von seinem verstorbenen Bruder her kennt. Es ist eine Geschichte, voll gespickt mit inneren Reisen, Erinnerungen und Wünschen, und vielleicht steckt darin ebenso die Suche nach der grossen Liebe.

Das Album hat nun natürlich nichts oder nur gering mit James M. Barries Roman zu tun. Zwar werden einzelnen Kapiteln Zitate aus »Peter Pan« vorangestellt, was aber mehr oder weniger assoziativen Charakter trägt, wie sich ohnehin die einzelnen Episoden beinahe traumartig einander reihen. Coseys Erzählweise ist gewohnt ruhig und doch voller Tiefe und Intensität. Mag sein, dass der Plot ganz einer klassischen Abenteuergeschichte mit versteckten Geheimgängen folgt (die obligate Liebesgeschichte fehlt natürlich ebenso wenig).

Der Comicautor versteht es hierbei vorzüglich, ruhige Stimmungen in knisternde Spannungen umzuwandeln. Drohende Gefahren hört man geradezu anschwellen, etwas Musikalisches liegt dann plötzlich in der Luft. Es ist diese Stille unter der Eisdecke, die sich aus einem kaum merkbaren Knirschen crescendo-artig ins Unheimliche steigert und den Leser immer wieder verblüfft und fesselt. Von Michael Heisch

Cosey: »Auf der Suche nach Peter Pan«,
160 Seiten, gebunden, 26.- Euro, Cross Cult, ISBN 978-3-941248-33-5.

Franz Dobler und Andreas Niedermann

Zwei große deutschsprachige Autoren lasen am 11.5.2010 im Kultbau in St.Gallen.

Dobler Niedermann

Franz Dobler, Andreas Niedermann und der Schweizer Autor Florian Vetsch.

Franz Dobler

Franz Dobler hat mit seinen Gedichten die deutschsprachige Lyrik rehabilitiert, meint nicht nur der Deutschlandfunk. Dobler ist für mich einer der großen Autoren im deutschsprachigen Raum – man muss ihn hören, selbst man kein Freund von literarischen Lesungen ist.

Andreas Niedermann
Short Stories und Poetry

„Wer so oft gescheitert ist, macht einen Plan B. Dieser Plan B war ein täglich geführtes Logbuch. Kein Tagebuch im eigentlichen Sinne, sondern Aufzeichnungen jeder Art sollten darin Platz finden. Und das geschah dann auch.

Im vorliegenden Buch ist einiges versammelt, was es an Textformen gibt: Tagebuch, Story, Gedicht, Haiku, Glosse, Essay, viel Polemik, Tirade, Suada, Beschimpfung, Lobhudelei, Schmähung, Kritik, Kolumne, Kabarett, Romananfänge, Exposées und Drehbuchszenen. „Quatsch mit Henk und Hass vom Fass“. Verwerfliches und Banales. Ja, auch dies. Vieles ging daneben. Einiges, wie ich in der Durchsicht sehen konnte, misslang, aber anderes traf und saß, wie auch die Kommentare zum Blog vermuten ließen.“