Afrika erzählt - Hörbücher

Afrikanische Geschichten als Hörbuch.

Geschichten aus Senegal, Elfenbeinküste, Nigeria, Kamerun, Tansania und Somalia. Gesprochen von Patrick O. Beck, Hans-Peter Hallwachs, Walter Kreye, Eva Matthes, Nina Petri, Udo Samel, Anna Thalbach und Manfred Zapatka.

Erschienen als Hörbücher auf CD bei SCALA Z MEDIA GMBH München.

“Ohne die afrikanische Literatur ist die Weltliteratur wie ein Orchester, dem einige wichtige Instrumente fehlen,” meinte Doris Lessing. Und wenn es ein “Instrument” gibt, das die afrikanischen Erzähler besonders gut beherrschen, dann ist es die menschliche Stimme: Die Oral-Literatur hat nirgendwo sonst eine so hohe Kunst erreicht. Die alten Geschichtenerzähler aus den Ländern südlich der Sahara waren die Griots, die Bewahrer der mündlichen Überlieferungen, die über viele Generationen hinweg das Erzählen professionalisiert haben.

Unter dem Einfluss der Missionare, die als Vorposten der Kolonialmächte das Schreiben und Lesen in die Dörfer und Gemeinden Afrikas hinein trugen, begannen deren Nachfahren die Sagen und Legenden ihrer Völker aufschreiben. Der Schritt vom Aufschreiben des Erzählten zum literarischen Text ging sehr schnell: In nur einer Generation fanden die Autorenzu eigenen Romanformen. Ihr wesentliches Motiv war, über die Zerstörungen zu berichten, die die Kolonialmächte an ihren Völkern und Kulturen angerichtet hatten. Zorn war der Motor, Schreiben die Waffe in ihrem Kampf um Selbstbehauptung.

Ein Kampf, den sie in der Sprache der ehemaligen Kolonisatoren führen mussten, um von der Weltöffentlichkeit gehört zu werden. Aus diesem Grund sind die meisten der hier vorgestellten Romane in Englisch oder Französisch geschrieben, nur hier und da durchsetzt von Begriffen und Namen aus ihren angestammten Sprachen, wie etwa dem Yoruba (Nigeria), Malinke (Elfenbeinküste) oder Wolof (Senegal). Mit der Unanhängigkeitsbewegung der afrikanischen Länder, mit dem Herausbilden eigener Eliten kam ein neues Motiv des literarischen Erzählens hinzu: die Enttäuschung über die Korruptheit ihrer Eliten, und die unheilvollen Allianzen, die diese mit den ehemaligen Kolonialherren eingingen.

Viele Autoren aus dieser Zeit haben sich mit ihren Werken in die Politik eingemischt, haben direkt oder indirekt die Übeltäter beim Namen genannt. Schreiben war zu einer gefährlichen Waffe geworden, das beweisen die Lebensläufe vieler Autoren, sie haben riskiert, verfolgt, verurteilt, interniert zu werden, oder aber ausser Landes gehen zu müssen. Die heutigen Autoren entdecken wieder ihre eigenen Geschichten. Dabei rücken sie das ursprüngliche Motiv der einstigen Griots, das magische Band zwischen Erzähler und Zuhörer zu knüpfen, wieder in den Mittelpunkt. Mit ihrer leidenschaftlichen Erzählweise, ihrem Humor, ihren kraftvollen Sprachbildern und ihren hintergründigen Spruchweisheiten haben sie den Geist der alten Sänger und Fabulierer in die Moderne getragen. Deswegen eignen sich ihre Geschichten auf ideale Weise für das Hörbuch.

www.afrika-erzaehlt.de